Wildbegegnung

 

Am letzten Tag des Jahres 2012 hatte ich vormittags beim Hundespaziergang ein tolles Erlebnis. Wahrscheinlich ist es einmalig. Ich glaube nicht, dass ich nochmal so viel Glück bekomme, am hellichten Tag ein derartiges Spektakel zu erleben.

Ich ging mit Lilly und Elliott am Waldrand spazieren. Plötzlich sah ich auf dem Feld ein komisches Gebilde. Ich dachte zunächst an Geäst. Das Gelände ist an dieser Stelle etwas hügelig und ich mußte erst noch ein Stückchen laufen, bis ich über die Kuppe hinweg sehen konnte. Als ich näher kam, wurde aus dem Geäst ein weitverzweigtes Geweih.

 

Die Hunde waren in der Nähe. Ohne zu pfeifen oder laut rufen zu müssen, konnte ich sie an die Leine nehmen. Wir gingen langsam weiter und plötzlich war noch ein Geweih zu sehen. Ich traute meinen Augen nicht. Je weiter wir gingen, um so mehr Hirsche kamen zum Vorschein. Insgesamt habe ich ca 10 Stück gezählt.

 

Plötzlich setzten sie sich in unsere Richtung in Bewegung. Sie kamen langsam immer näher, ich hielt die Luft an. Die Hunde haben wie versteinert vor meinen Füßen gesessen und keinen Mucks von sich gegeben. Die riesigen Hirsche sahen wirklich sehr beeindruckend aus. Als sie nur noch ca 20 Meter von uns entfernt waren, bewegte ich mich ein bisschen, damit sie uns besser wahrnehmen können. Mein Kopf war in diesem Moment leer, ich konnte nicht mal sagen, aus welcher Richtung der Wind kam. Ob sie uns nicht bemerkten? Ich dachte nur: "Das gibt es doch nicht, könnten die bitte mal etwas Abstand zu uns halten!" Sie liefen dann in einem kleinen Bogen an uns vorbei und blieben wieder stehen. Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf. Normal sind es doch scheue Tiere und meiden uns Menschen. Ich habe wirklich daran gedacht, wegzulaufen. Unmöglich, sie sind viel schneller als wir. Also weiter ruhig bleiben und hoffen, das alles gut geht. Sie schauten uns so komisch an. Auf einmal gingen 2 Hirsche aufeinander zu und kämpften ein bisschen direkt vor unseren Augen. Ich glaube aber, es war nur so ein Gerangel oder vielleicht Imponiergehabe. Nach diesem Schauspiel setzten sie sich dann endlich in Bewegung und rannten in das gegenüberliegende Waldstück. Es krachte angsteinflößend, als sie mit ihren Geweihen an Bäume und Äste schlugen. Ich dachte, sie würden alles mitreißen .

 

Wir haben noch lange wie angewurzelt da gestanden, obwohl sie schon weg waren. Später begriff ich erst, welch Glück wir hatten, so etwas aus der Nähe beobachten zu können.

 

Leider hatte ich keine Kamera mit.

Als wir nachmittags dort wieder entlang liefen, brauste der Jagdpächter im Jeep an uns vorbei.

Wahrscheinlich hat er „DAS“ gesucht, was wir vormittags gesehen haben.

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