Little Surprise

Golden Retriever

Ein neues Leben entsteht...

 

 

Die Trächtigkeit bei Hunden dauert nur 60-63 Tage und das fasziniert mich immer wieder. Wenn ein Welpe das Licht der Welt erblickt, sind Skelett, Organe und vor allem das Gehirn voll entwickelt. Wenn man bedenkt, wie schnell nach der Geburt alle Entwicklungsstufen bis zum erwachsenen Hund durchlaufen werden und welche enormen Leistungen im späteren Leben von einem Hund erbracht werden können wie z.B. der Einsatz als Jagd-, Blindenführ-, Behindertenbegleit-, Rettungs- oder auch Drogensuchhund, dann sind 60-63 Tage Trächtigkeit eine sehr kurze Zeit.

 

 

 

Verlauf der Trächtigkeit

 

Nach der Paarung wandern die Spermien zu den Eileitern.

 

2.-4. Tag

Befruchtung der Eizellen in der Eileiterampulle.

 

4.-8. Tag

Die Eizelle teilt sich nun täglich im mittleren Eileiterabschnitt. Erst in zwei, dann in vier, in sechzehn Zellen usw. Die ersten Teilungsstadien sind einen zehntel Millimeter groß.

 

8.-9. Tag

Die Eizellen entwickeln sich zu Blastozysten.

 

10.-17. Tag

Die sich weiter teilenden Embryonen liegen zunächst für ca. 5 – 7 Tage frei und unregelmäßig in der Gebärmutter. Danach verteilen sie sich gleichmäßig in den zwei Gebärmutterhörnern.

 

18.-20. Tag

Einnistung der Embryonen in der Gebärmutterwand, die Ausbildung der Plazenta beginnt. Jeder Embryo hat jetzt seinen festen Platz.

Für den mütterlichen Organismus tritt oft eine gewisse Unverträglichkeit der Stoffwechselprodukte der Welpen auf. Dies äußert sich im Erbrechen der Hündin für einige Tage nach der Einnistung der Embryonen. Einige Hündinnen erbrechen auch nicht, sie speicheln nur und man merkt es ihnen an, dass sie sich nicht gut fühlen. Das ist aber nicht mit dem Schwangerschaftserbrechen beim Menschen vergleichbar.

 

21.-28. Tag

Die Ausbildung der Plazenta ist abgeschlossen. Am Ende dieser Embryonalperiode sind beim Hund alle wichtigen Organsysteme angelegt, die endgültige Körperform ist bereits in ihren Grundzügen erkennbar. Man spricht nicht mehr von Embryonen, sondern vom Fetus. Sterben die Fruchtanlagen bis zum 28. Trächtigkeitstag ab, werden sie meist unauffällig resorbiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hündin sondert zähflüssigen klaren bis milchig trüben Schleim ab. Dies ist ein sicheres Zeichen einer Trächtigkeit. (bei scheinträchtigen Hündinnen tritt er nicht auf!) Diesen Schleim kann man anfangs nur während der Ruhephasen beobachten. Säubert sich eine Hündin regelmäßig und gründlich, kann er auch übersehen werden. Später zum Ende der Trächtigkeit werden etwas größere Mengen ausgeschieden und er wird eher wahrgenommen. Eine andere sichere Möglichkeit, eine Trächtigkeit festzustellen, ist die Ultraschalluntersuchung. Ein Welpe ist jetzt ca. 1-2 cm groß.

 

Die Zitzen bei der Hündin beginnen sich aufzurichten und färben sich rosa.

Während der Organgenese bis zum 35. Tag sind die Welpen äußerst empfindlich für äußere Einwirkungen.

 

28.-35. Tag

Die Fetalperiode ist durch die Ausdifferenzierung der Organe und das schnelle Wachstum der Welpen gekennzeichnet. Die Augenlider sind ausgebildet, die Ohrmuschel bedeckt den Gehörgang, die Finger separieren sich, das männliche Genital ist erkennbar und die fünf Zitzenpaare. Die Hündin nimmt an Bauchumfang zu. Die Zitzen schwellen weiter an.

 

35.-42. Tag

Die Finger sind vollständig getrennt und gespreizt, die Krallen ausgebildet. Die Tasthaare sind sichtbar. Die Föten sehen nun aus wie Hunde. Kopf und Rumpf sind unterscheidbar. Das Geschlecht ist bestimmbar. Die Fellfarbe beginnt sich zu entwickeln. Der Herzschlag der Föten ist per Stetoskop hörbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hündin wird auf Spaziergängen manchmal etwas träger. Sie schützt ihre Flanken und lässt fremde Hunde nicht mehr nah an sich heran.

 

42.-49. Tag

Die Hündin bekommt jetzt mehrere Mahlzeiten am Tag. Der Magen hat nun keinen Platz mehr um größere Futtermengen auf einmal aufzunehmen.

 

49.-56. Tag

Die Knochen verstärken sich. Die Bewegungen der Welpen im Mutterleib sind leicht erkennbar. Das ist immer ein wunderschönes Gefühl. Ganz leise klopfen sie an die Bauchwand und manchmal kommt sogar eine dicke Beule hervor.

Die Körperbehaarung der Welpen ist voll ausgeprägt.

Der Hündin gehen am Bauch die Haare aus. Hier sieht man mal wieder, wie schön die Natur alles einrichtet. Die Haare fallen aus, damit die Welpen besser an den Zitzen säugen können.

 

Die werdende „Mama“ wird mit ihrer Wurfkiste vertraut gemacht werden. Für die Geburt ist alles vorbereitet. Ich lasse die Hündin auch in der Nacht nicht mehr allein und schlafe mit ihr zusammen im Welpenzimmer, um alle Veränderungen mitzubekommen und notfalls helfend zur Seite zu stehen.

 

Eine spannende Frage in dieser Zeit: „Mit wie vielen Welpen kann ich rechnen?“ Das ist ganz individuell. Leider kann man es weder bei der Ultraschalluntersuchung genau sehen, noch am Bauchumfang ausmachen. Diese Überraschung bleibt bis zum Schluß.

 

56.-63. Tag

Hundewelpen werden als „Nesthocker“ geboren, die Ausdifferenzierung einzelner Organe wie z.B. der Lunge ist bei der Geburt noch nicht beendet, die Augenlider und Gehörgänge sind geschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hündin wird ruhelos und beginnt, Nestbauverhalten zu zeigen. Sie sucht nach einem geeigneten Platz im Garten zum Werfen, gräbt Höhlen, scharrt überall herum, hechelt. Es kann sich weiße Scheidenflüssigkeit absondern.

Sinkt die Körpertemperatur um ca. 1,5 – 2 Grad ab, werden die Welpen innerhalb der nächsten 6 – 24 Stunden geboren. Aber um den ungefähren Zeitpunkt der Geburt zu ermitteln und um aussagekräftige Werte zu bekommen, müsste man mindestens 3 x täglich ab den 58. Tag rektal die Temperatur messen. Das Einführen des Thermometers belastet und stresst die Hündin, vor allem an den letzten Tagen der Trächtigkeit. Und gerade vor der Geburt sollte jede Aufregung und Unruhe vermieden werden.

Ich messe kein Fieber, sondern wende für die Hündin eine schonendere Methode an und beobachte ihren Bauch. Fallen die Flanken ein und hängt der Bauch wie ein Kartoffelsack runter, treten die Beckenknochen deutlich hervor (ähnlich wie bei einer abgemagerten Kuh), tropft milchige Flüssigkeit aus den Zitzen und lässt der Appetit nach bzw. frißt sie gar nichts mehr, dann ist es in 12-24 Stunden soweit.

 

 

 

Zurück!

 

 

 

 

Quellenangabe 4-D Ultraschall-Fotos: National Geographic / Pioneer Production