Sommerzeit ist Kirschenzeit

 

Nach dem milden, verregneten Winter stellte sich das Frühjahr dieses Jahr relativ früh ein. Wir alle haben die warmen Sonnenstrahlen im Vorfrühling richtig genossen. Es dauerte nicht lange und unser Garten zeigte sich von seiner schönsten Seite. Auch unser Kirschbaum stand wieder in voller Blüte. Der befürchtete Frost während der Blütezeit blieb Gott sei Dank aus. Man konnte regelrecht zusehen, wie sich aus den prachtvollen Blüten, knallrote Kirschen entwickelten. Drei Wochen früher als in den letzten Jahren war die Kirschenzeit gekommen. Die Freude war groß, endlich war Erntezeit. Allzu schnell war jedoch die Freude wieder getrübt, als wir sahen, dass sich die Vögel an den Früchten zu schaffen machten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast alle Kirschen verschwanden dann im Bauch der Vögel und uns blieb nur noch das Zusehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor Jahren hatten wir schon mal eine Vogelscheuche in den Baum gehangen. Jedoch half das nicht, da sich die Vögel schnell an der wedelnden Gestalt gewöhnten.

Auch ein Vogelnetz schützte nicht die Früchte. Die Vögel fanden immer einen Weg um an die leckeren Kirschen zu kommen. Einen großen Baum kann man nicht lückenlos einhüllen. Diese Bande ist so frech, man glaubt es kaum. Ich konnte mich bis auf einen Meter an sie ranpirschen und hätte sie fast greifen können, trotzdem fraßen sie munter weiter.  

 

Also, wie soll man den kleinen gefräßigen Luftbewohnern zu Leibe rücken? Da ist guter Rat teuer. Im nächsten Sommer werden wir kleine Spiegel in den Baum hängen, damit sie sich im Wind hin und her bewegen. Durch das andauernde Blinken werden sich die Vögel hoffentlich gestört fühlen und kommen erst gar nicht mehr zum Fressen und wir können dann in Ruhe die Kirschen für uns ernten. So sieht jedenfalls der Plan für die kommende Saison aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derzeit versucht Maya noch zu retten, was zu retten ist und frißt sich den Bauch voll. Sie sammelt mit einer Engelsgeduld die abgefallenen Kirschen vom Boden auf und knabbert sie ab. Polly und Maya sind übrigens die einzigen Hunde aus unserem Rudel, die die Kirschsteine auch wieder ausspucken. Für die anderen Hunde müssen wir die Steine vorher entfernen. Kirschsteine enthalten nämlich Blausäure.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außer für Eddie. Er macht sich überhaupt nichts aus Kirschen. Das ist etwas für den hohlen Zahn, meint er. Eddie mag lieber etwas Kräftiges. In der Küche müssen deshalb alle Vorräte im Schrank versteckt werden. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

 

 

 

 

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