Heißhunger

 

Neulich, als sich mal wieder eine übrig gebliebene Bratwurst nach dem Grillen in Luft aufgelöst hatte, überlegten wir, was unsere Hunde schon heimlich alles gefressen hatten.

Erwähnen muß ich, dass alle Hunde zweimal täglich gefüttert werden. Aber jeder von ihnen meint, dass die Futterportionen viel zu knapp bemessen sind. Sie leiden ständig unter Hunger und das erklärt anscheinend auch, warum ab und zu in der Küche Lebensmittel verschwinden.

 

Zunächst möchte ich von den harmlosen Dingen berichten. Mit harmlos meine ich, wenn sie Dinge stehlen und fressen, die verträglich sind und man nicht um ihre Gesundheit bangen muß.

 

Kuchen:

Wenn Herrchen von der Arbeit kommt, ruht er sich zuerst etwas aus und das am liebsten bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen.

 

Ich hatte kleine Blätterteigstückchen gebacken und hatte das Kuchenblech mit den Stückchen zum abkühlen auf den Herd gestellt. Das Blech war noch heiß und ich dachte: „da wird schon keiner rangehen“. Die Rechnung hatte ich nicht mit unserer Goldenbande gemacht. Zwischendurch erledigte ich andere Hausarbeiten, ich war abgelenkt und dachte überhaupt nicht mehr an den Kuchen in der Küche. Auf diesen Moment hatte die Bande natürlich nur gewartet. Als ich zurückkam, sah ich die Bescherung auf dem Boden. Ich sah in die Runde und fragte: „wer hat sich über den Kuchen hergemacht“, einer nach dem anderen verkrümelte sich ganz schnell aus der Küche. Eddie hat sich allerdings verraten, die Krümel hingen noch an den Lefzen.

 

Kartoffelsalat:

Hausgemachter Kartoffelsalat ist immer etwas Leckeres. Schon bei der Zubereitung duftet es gut in der Küche.

 

Ich habe mal ein paar Bilder rausgesucht. So sieht der Alltag bei uns in der Küche aus. Das linke Bild stammt vom letzten Weihnachtsfest. Herrchen macht gerade Thüringer Klöße. Das rechte Bild ist schon etwas älter. Unsere Leila lebte noch. Sie steht ganz links. Sie war damals schon taub, aber ihre Nase funktionierte noch hervorragend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Kartoffelsalat garniere ich zum Schluß immer mit etwas Petersilie. Im Sommer gibt es frische Kräuter aus dem Garten. Auf den Weg dorthin, hörte ich einen sehr lauten „Brüller“. Es war Herrchen. Oh, ich ahnte schon Schreckliches. Als ich wieder reinkam, erzählte er mir, dass er etwas klappern hörte in der Küche. Im letzten Moment konnte er noch unser Abendbrot retten. Obwohl es einen gewaltigen Anranzer gab, schlug der Täter nochmal zu. Nach dem Motto: „den Anschiss bekomme ich so oder so“. Und wer war´s wieder? Eddie

 

Hähnchen:

Nudelsuppe mit Hähnchen ist nicht nur für uns Menschen lecker, auch für unsere Hunde ist es immer wieder ein Festmahl.

Und so geht´s. Wir kochen ein Fleischhähnchen mit Gemüse. Bevor wir die Suppe würzen, nehmen wir etwas Brühe und ein paar Möhren für die Hunde ab. Das gekochte Fleischhähnchen lassen wir ein bisschen abkühlen und schneiden es in kleine Stücke. Und hier an dieser Stelle passierte es dann wieder. Man kann alles noch so weit wegstellen. Da hatte mal wieder jemand Angst, er würde zu kurz kommen. Unglaublich, ein Hundehals wird lang wie ein Giraffenhals. Das Hähnchen war zur Hälfte verputzt, samt Knochen! Jeder weiß, dass gekochte Hähnchenknochen gefährlich werden können. Sie splittern beim Zerbeißen und können die Darmwand verletzen. Meine Güte!

Es ist aber alles gut gegangen. Wir hatten mal wieder großes Glück. Dreimal dürft Ihr raten, wer das schon wieder war! Rätselauflösung: Eddie - unser Hansdampf in allen Gassen

 

Seife:

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Ein Stück Seife wurde gefressen. Und von wem? Eddie war diesmal nicht der Übeltäter, er mag nur Deftiges aus Mutti´s Küche. Auf so eine Idee kommt natürlich nur unsere Maya.

Das war so. Es war Herbst. Maya war noch jung und hatte jede Menge Flausen im Kopf. Ich räumte im Garten auf und Maya war als fleißiger Gartenhelfer mit Begeisterung dabei. Um meine schmutzigen Hände nach erledigter Arbeit gleich draußen waschen zu können, hatte ich ein Stück Seife auf den Holzstapel gelegt. Maya war emsig mit den Äpfeln beschäftigt, die unter dem Baum lagen. Sie apportierte die Äpfel mit großer Freude hin und her, zwischendurch wurde der eine oder andere auch mal gefressen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als ich fertig war, ging ich zum Holzstapel, um die Seife zu holen. Nanu, wo ist sie denn? Gerade lag sie doch noch da. Ist sie vielleicht runtergefallen? Nein.

Maya war in der Nähe, ich schaute zu ihr und traute meinen Augen nicht, was ich da sah. Sie kaute genüßlich an der Seife herum. Bis auf ein kleines Stückchen war alles weg.

Ach du liebe Zeit, was machen wir denn jetzt? Als erstes sind wir rein und haben bei google nachgefragt. Ich war erstaunt, dass es noch mehr Hunde gab, die so einen unangenehmen Geschmack toll fanden. Allerdings gab es keinen brauchbaren Notfallplan. Die Giftigkeit der Seifen ist gering. Also warteten wir erstmal ab. Es hätte zu Übelkeit, Würgen, Erbrechen, Blähungen oder auch Bauchschmerzen führen können. Nichts von dem passierte. Futter und Wasser gab es an diesem Tag für Maya nicht mehr, um ein Aufschäumen zu verhindern. Sie mußte hungrig schlafen gehen. Am nächsten Morgen stand sie wie immer fit wie ein Turnschuh vor mir.

 

Butter:

Wenn ich an diesen Tag zurück denke, wird es mir jedesmal schlecht.

Ich hatte mich gerade an den Frühstückstisch gesetzt, als sich einer von unseren beiden Welpen Elliott und Joschi (Joschi sollte erst etwas später in seine neue Familie einziehen) zum Pippi machen meldete. Ich sprang sofort auf und ging mit den Beiden nach draußen. Um mich zu vergewissern, dass die zwei Lausbuben wirklich ihr Geschäft machten und nicht wieder irgendeinen Unfug ausheckten, blieb ich auch draußen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derweil bekam ich ein ungutes Gefühl. Mein frisches Brötchen lag unbeobachtet auf dem Teller. Naja, dachte ich, es wird wahrscheinlich schon verschlungen sein.

Als ich mich wieder an den Tisch setzte, gab es jedoch eine Überraschung. Das Brötchen lag noch unberührt da. Oh, brave Hunde!

Ich schnitt das Brötchen auf und wollte zur Butter greifen. Die Butterglocke war leer. Nein, das kann doch wohl nicht wahr sein! Ein ganzes Stück Butter war weg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war natürlich wieder niemand gewesen. Aber das bekomme ich raus, dachte ich. Wenn nicht sofort, dann spätestens Mittags.

 

So lange mußte ich gar nicht warten. Nach ca. 1,5 Stunden kam Polly mit hängenden Ohren zu mir. Als wollte sie sagen: „mir ist soooo schlecht“. Der Anblick war jämmerlich. Was macht man denn bloß in so einem Fall. Wie bekommt man auf dem schnellsten Weg die Butter vorne oder hinten raus? Ich wollte ihr helfen. Wir machten einen kleinen Spaziergang. Ich dachte, wenn der Kreislauf ein wenig angekurbelt wird, neutralisiert sich alles schneller. Plötzlich bekam ich einen riesigen Schreck. Ohne Vorwarnung schoß es wie aus einem Feuerwehrschlauch vorne raus.

Polly tat mir so leid. Bloß gut das wir unterwegs im Wald waren. Zu Hause hätte es eine Riesensauerei gegeben. Auf dem Rückweg das Gleiche nochmal, allerdings war die Fontäne dann schon etwas kleiner, das Gröbste war ja schon raus. Ich hatte das Gefühl, dass es ihr danach etwas besser ging. Im Laufe des Tages erholte sie sich zusehends. Der befürchtete Durchfall blieb Gott sei Dank auch aus. Ende gut alles gut!

 

 

 

Liebe Fellnasen, bitte nicht nachmachen!

 

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