Eine Granne hat Elliott für einen Tag das Leben schwer gemacht

 

Was sind Grannen, wird sich der eine oder andere von Ihnen vielleicht jetzt fragen.

Grannen sind kleine, spitze Pflanzenteile an Getreide- oder Grasähren mit sehr feinen Haaren. Das Ende läuft spitz zu, ist sehr rau und wirkt, wie mit kleinen Widerhaken besetzt.

 

Hunde toben gerne auf der Wiese herum, laufen einen Feldweg entlang oder schlimmer noch, sie rennen durch das Kornfeld, wodurch sich Grannen dann schnell im Fell festsetzen können. Selbst durch Abschütteln werden Hunde sie nicht mehr los - im Gegenteil, sie wandern noch tiefer in das Fell und können sich im schlimmsten Fall in die Haut bohren.

Liegen Grannen auf dem Boden, kann es auch zu Verletzungen an den Pfoten kommen. Meistens sind die Hautstellen zwischen den Ballen betroffen.

Gelangen Grannen in die Nase, können sie sogar bis zur Lunge wandern.

 

In unserem Fall, steckte eine Granne bei Elliott im Auge fest. Genauer gesagt, im Bindegewebe unter dem oberen Lid. Wie das passieren konnte, können wir uns bis heute nicht erklären. Zugegeben, wenn man mit einem Rudel unterwegs ist, hat man nicht ständig alle Hunde im Blickfeld, denn es gibt langsame und schnelle Hunde. Während die einen vorneweg laufen und alles auskundschaften, trödeln andere, schnüffeln mal hier mal dort.

 

Nach einem schönen Sommerspaziergang kniff Elliott unentwegt sein rechtes Auge zu. Obendrein tränte es ein bisschen. Auf dem ersten Blick war keine Verletzung zu erkennen. Wir nahmen an, dass er unterwegs an einem Busch entlang gestriffen ist und ihm vielleicht etwas in´s Auge gepiekst hat.

Am nächsten Morgen eiterte es zu allem Überfluss auch noch, die Bindehaut war gerötet und das Auge schien trüb zu werden. Das waren alles keine guten Anzeichen. Ich rief sofort im Tieraugenzentrum Dr. Birgit Koerschgen / Dr. Nina Müller in Pohlheim an, um einen Termin zu vereinbaren. Denn zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass Elliott sich ernsthaft verletzt hat.

Die Zeit bis zum späten Nachmittag verging für mich wie im Schneckentempo. Meine Vermutung, dass seine Hornhaut beschädigt ist, bestätigte sich dann traurigerweise auch. Elliott hatte etwa einen erbsengroßen Defekt und einen ganz niedrigen Augeninnendruck. Die Tierärztin untersuchte etliche Male gründlich sein Auge und holte schließlich eine Granne heraus. Sie saß ganz versteckt unter dem oberen Augenlid. Mein Magen krampfte sich bei diesem Anblick zusammen. Welch für Schmerzen mußte Elliott über Nacht ertragen. Meine Güte!!!

Jeder von uns hatte im Laufe seines Lebens bestimmt schon mal einen kleinen Sandkorn oder eine Wimper im Auge. Schon allein das drückt. Aber eine ausgereifte, harte Granne mit vielen kleinen Wiederhaken, die im Auge sitzt, sticht, drückt und reibt ... das ist unvorstellbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch in der Tierarztpraxis sah man Elliott die Erleichterung an. Er wirkte gleich wieder viel entspannter.

Meine nächste Sorge war allerdings, ob dieser Defekt bleiben würde und die Sehkraft dadurch sich verschlechtern könnte. Die Ärztin sprach mir aber Mut zu und sagte: „Sie sind zeitnah gekommen, Elliott ist noch ein junger Hund und da stehen die Chancen, das kein Folgeschaden zurückbleibt, recht gut.“

Die milchige Augentrübung und die Rötung der Bindehaut ging dann auch von Tag zu Tag geringfügig zurück.

Nach einer Woche hatten wir einen Kontrolltermin. Zur Überraschung aller Anwesenden war die Hornhaut schon fast wieder verheilt. Ich bin mir sicher, das dies auch mit der BARF - Ernährung zusammenhängt. Elliotts Körper ist frei von Giftstoffen und so konnte sich sein Organismus voll und ganz auf die Heilung konzentrieren.

 

Im Anschluß der Behandlung wurden seine Augen nochmals untersucht. Sie sind Gott sei Dank in Ordnung. Elliott hat nach wie vor Adleraugen. Darüber waren wir sehr, sehr froh.

 

Aber auch um eine Erfahrung reicher. Die Gefahr im Sommer, dass sich Hunde eine Granne einfangen können, sollte wirklich nicht unterschätzt werden.

 

 

 

 

 

 

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